Neues Cover
Heute habe ich das erste Interview zur Jesuitin von Lissabon gegeben, und zwar für die Zeitschrift kontinente, die von rund 30 katholischen Orden herausgegeben wird. Ich hatte mir Sorgen gemacht, weil die Jesuiten in meinem Roman nicht besonders gut wegkommen, aber es war ein vergnügliches und sehr angenehmes Gespräch mit Chefredakteurin Hildegard Mathies. Sie hat offen gefragt, ich habe offen geantwortet, und wir haben uns blendend verstanden. Ich konnte im Interview auch sagen, was ich an den Jesuiten gut finde.
Die Fotos hat Gabor Geissler gemacht. Er hat schon am Vortag Cafés ausgekundschaftet, weil das Licht stimmen musste und keine Weihnachtsdekoration zu sehen sein durfte (die Zeitschrift erscheint im März). Er führte uns heute in ein helles Café mit Glaswänden. Für weitere Fotos sind wir an einen See gefahren, und ich habe Gänse gefüttert – die hätten mir bald die Hand abgebissen –, und anschließend fuhren wir zum Hauptbahnhof, wo sich Gabor einen Stuhl von einem Café geklaut hat und einen Mann von einer Bank verscheuchte, damit ich mich mit Gabors Notebook hinsetzen und so tun konnte, als würde ich schreiben.
Das Cover des Romans steht inzwischen auch. Im ersten Entwurf sollte es so aussehen:
Das hat den Vertretern aber nicht gefallen, die für den Verlag in die Buchhandlungen reisen, und so wurde ein anderes Cover entworfen. Die Jesuitin wurde zu Die Jesuitin von Lissabon und liegt ab März in dieser Optik in den Buchläden:
Noch eine kleine Anekdote vom Korrekturlesen: Konnte die Schrift meines Lektors nicht richtig lesen, und las zuerst, “eine Horde Schafe”. Ich musste so darüber lachen! Natürlich meinte er “eine Herde Schafe”, aber “eine Horde Schafe” wäre doch mal etwas Neues, kleine randalierende Schafe.
Ich wünsche allen Journal-Lesern ein friedliches, gesegnetes Weihnachtsfest!
Stille Texte

Im Roman Nachtflug, den ich gerade lese, erzählt Antoine de Saint-Exupéry: "Die Stille der Büros tat ihm wohl. Er durchschritt sie langsam, eines nach dem andern, und sein Schritt hallte einsam wider. Die Schreibmaschinen schliefen unter ihren Hauben." Diesen letzten Satz liebe ich. Ich verliebe mich in letzter Zeit häufiger in stille Texte, wie zum Beispiel den Roman Die Lieder des Mr. Blake von Tracy Chevalier (im Taschenbuch heißt er Das Mädchen mit den funkelnden Augen). Meine Leseempfehlung!




