Drei kleine Erlebnisse von der Lesereise

Habe am Wochenende einer Frau ein Buch signiert, die heißt: Erika Steinkrake. Ein fantastischer Name, oder?
Ich fahre mit dem Zug in einen falschen Ort, und muss wieder umdrehen. Eine Frau steigt ein und fragt mich: "Fährt dieser Zug nach Hamburg?" Ich weiß es nicht, er fährt wieder zurück, aber wohin genau, kann ich nicht sagen. Bin gefrustet über meinen orientierungslosen Tag. Ich zucke die Achseln und sage: "Keine Ahnung, wo der hinfährt." Sie schaut mich verwirrt an. Dann lächelt sie. "Sie steigen einfach so in einen Zug ...?"
In Neumünster verpasse ich auch noch meinen Anschluss. Ich spaziere in den Regen hinaus, muss eine Stunde in diesem Ort verbringen, in den es mich ungewollt verschlagen hat. Es ist dunkel, die Läden haben schon geschlossen. Plötzlich Feuerwehrautos, Menschen mit Fackeln, eine Blaskapelle – und der gesamte Ort zieht an mir vorüber, Kinder mit Lampions, alle marschieren tapfer durch den Regen. Erst stehe ich mit meinem Koffer am Straßenrand, dann marschiere ich mit und ziehe den Koffer hinterher. Ich muss grinsen. Es kommt mir reichlich surreal vor. Fremde Menschen um mich herum, die mickrige Blaskapelle, der Regen. Wir marschieren durch den Ort, ohne Grund.




