Urlaubsfotos, Lesungsfotos
31. August 2009

Die fünf Bücher für den Urlaub haben ziemlich genau gereicht. Viereinhalb habe ich gelesen. Hier seht ihr mich bei meiner Lieblingstätigkeit:

Auch sonst war’s fantastisch. Jeden Tag waren wir im Meer und haben hübsche Fische gesehen. Der Blick aus dem Zimmer – wenn ich mir das Bild jetzt angucke, bin ich gleich wieder in Urlaubsstimmung.

Oft haben wir Zauneidechsen beobachtet, eine haben wir Edward genannt (weil meine Freundin gerade Stephenie Meyer gelesen hat) und mit Weintrauben gefüttert. Später haben wir allerdings gesehen, wie eine ebensolche Zauneidechse brutal eine andere, kleinere, gejagt und dann verschlungen hat. Das sah weniger niedlich aus.

Wo wir schon bei Fotos sind, Julia Kröhn war so lieb, ein paar von der Lesenacht in Oberursel letzten Freitag zu machen. Danke, Julia!
  Hier stehen wir am Ende der Lesenacht nochmal gemeinsam vorn, von rechts nach links André Wiesler, Sebastian Fitzek, Katerina Timm, Charlotte Thomas und ich:
 Ein abwechslungsreicher, spannender Abend war's, auch für mich. Die Kinoatmosphäre hat Andreas Wilhelm hergezaubert, der mit gleicher Professionalität das Montségur-Autorenforum leitet. Chapeau! (Die weißen Dinger in unseren Händen sind keine Fernrohre, sondern Lesungsplakate, von denen wir jeder eins zur Erinnerung bekommen haben.)



Wie klug Rehe sind
31. August 2009

Vor ein paar Wochen habe ich mit meinem Bruder im Wald Rehe gesehen, und ich habe gestaunt, dass sie uns relativ nahe herankommen lassen haben, bevor sie sich – nicht panisch, sondern mit lässigen Sprüngen – entfernt haben. Jetzt weiß ich, warum.

Habe gestern beim Montsegur-Autorentreffen mit Peter Wohlleben am Mittagstisch gesessen. Peter ist Förster. Ich dachte, das ist die Gelegenheit, um zu fragen, ob es Förster manchmal nervt, wenn man die Wege im Wald verlässt und unter den Bäumen entlangspaziert.

Das störe überhaupt nicht, hat er gesagt. Es sei auch kein Stress für die Tiere. Die Rehe haben uns, sagte er, sofort als Spaziergänger identifiziert: Wir waren laut, also waren wir keine Gefahr. Aus diesem Grund haben sie uns unbesorgt nahe an sich herangelassen. Was die Tiere unter Stress setze, seien die Jäger. Da würden sie schon auf weite Distanz hin fliehen.

Peter hat erklärt, dass sie sogar die Autos der Jäger am Motorgeräusch erkennen. Die Rehe können einen VW Golf vom anderen VW Golf unterscheiden, nur danach, wie der Motor klingt. Kommen die Jäger, fliehen sie sofort.

Ich bin wirklich beeindruckt. Dass die Tiere den Unterschied zwischen Spaziergängern und Jägern begreifen, und uns sofort einordnen – der ist keine Gefahr, der geht hier nur spazieren –, das hätte ich nicht gedacht.

Ich muss mir mal eines von Peters Büchern zum Thema zulegen.



Lesen, baden, lesen
14. August 2009

Ich packe gerade für zehn Tage Italien. Wir werden hauptsächlich auf der Insel Ischia sein. Kein Computer, kein Manuskript – so etwas habe ich eine halbe Ewigkeit nicht mehr gemacht. Am Strand liegen, lesen, baden, lesen ... Reichen drei Bücher für zehn Tage? Was, wenn ich zwei ausgelesen habe, und auf das dritte habe ich keine Lust? Was, wenn dann meine Freundin noch Lesestoff für sich hat, und ich liege ohne Buch neben ihr am Strand? Ich muss unbedingt ein viertes Buch mitnehmen. Oder lieber fünf.

Ich möcht’ so gern Prinzessin sein! ist frisch erschienen und enthält ein lustiges Gedicht von mir. Falls ihr Kinder habt, die mit Prinzessinnen etwas anfangen können, der Einband ist teilweise aus Samt, es glitzert überall, und Cornelia Funke hat auch eine Geschichte beigesteuert. Mein Gedicht heißt: Prinzessin Gwynifer. Zum Buch



Nummer 77 ist die Beste
07. August 2009

Als Urgroßvater der Federwelt verfolge ich mit Genuss ihre Entwicklung. Gerade ist die beste Ausgabe der Autorenzeitschrift erschienen, die ich je in Händen gehalten habe. Chapeau, Sandra! (Chefredakteurin ist inzwischen Sandra Uschtrin.)

In Nummer 77 werden vierzehn Independent-Verlage vorgestellt, und zwar von ihren Verlegern selbst. Es gibt Tricks und Tipps für einen erfolgreichen Besuch der Frankfurter Buchmesse. Die Krönung aber ist für mich der Beitrag über mehr als zwanzig Literaturhäuser in Europa, in denen man als Autor eine Wohnung bekommen kann, um an seinem Manuskript zu arbeiten – von Gotland über Wales bis Finnland. Von denen wusste ich gar nichts!



Ein blindes Pferd
06. August 2009

Ich mag Pferde. Gerade habe ich eine anrührende Geschichte über ein Pferd namens Toscana gehört. Die Stute ist erblindet, sie sieht nur noch schemenhaft hell und dunkel, und findet nicht einmal mehr von der Weide herunter. Drei Frauen teilen sich das Versorgen des Tiers – mit einer von ihnen habe ich gesprochen. Das Erstaunliche: Toscana vertraut ihren Reiterinnen so sehr, dass sie sich blind von ihnen durchs Gelände reiten lässt, und zwar nicht nur im Schritt, sondern auch in Trab und Galopp!

Ohne zu sehen, wohin es geht, durch die Landschaft zu galoppieren ... Ich weiß nicht, ob es einen größeren Vertrauensbeweis gibt. “Wir sind jetzt ihre Augen”, sagte mir die Reiterin. “Früher haben wir uns beim Reiten zur Seite gedreht und uns unterhalten. Jetzt schauen wir aufmerksam nach vorn. Toscana sieht ja nichts mehr und braucht uns. Sie reagiert auf die feinsten Signale.”



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