Mein kleiner Liebling

Das Schöne am Winter ist, daß die Vögel zum Fressen auf meinen Balkon kommen. Ich habe da einen kleinen Liebling bei den Schwanzmeisen. Er hat einen weißen Kopf.
Wie könnte ich es bloß hinkriegen, daß der mal auf meinem Finger landet? Die anderen Schwanzmeisen sehen so aus.
Für eine Auserlesen-Sendung lese ich gerade fünf Bücher von Ralf Isau. Ich tu’s gerne, sie machen Spaß. Gestern ist mir in Der Tränenpalast ein wunderschöner Absatz begegnet:
Die Nacht hatte sich über das Land gesenkt, doch dunkel war es trotzdem nicht. Heller noch als der Sternenhimmel strahlte der Vollmond über dem See und entrollte auf dem Wasser einen Teppich aus silbernem Licht. Mit seinem lebhaften Funkeln weckte dieser Läufer den Wunsch, ihn zu betreten, auf ihm zu wandeln, über ihn hinweg in eine andere Welt zu gehen.
Bin heute in der Nacht noch einmal aufgestanden, weil mir ein guter Satz für meinen Roman eingefallen ist. Vielleicht wird es der Schlußsatz. Jetzt fahre ich nach Berlin zu einem Treffen mit meinem Agenten, Michael Gaeb, und Gunnar Cynybulk, meinem Lektor. Die dürfen beide nicht wissen, wie oft ich aus dem Fenster schaue, um meinen kleinen Liebling beim Körnerpicken zu beobachten.
Kinderlogik

Einen wunderbaren Fall von Kinderlogik habe ich im Weblog meines geschätzten Kollegen Frank Böhmert gefunden. Gegen den Einwand, der Weihnachtsmann könne unmöglich in einer Nacht alle Haushalte der Welt besuchen, argumentiert Franks sechsjähriger Sohn: "WENN es den Weihnachtsmann gäbe, dann würde er ja natürlich ZAUBERN können." Klasse!
Wo wir gerade bei Kindern sind: Das Auserlesen-Interview mit Stefan Gemmel steht jetzt online. Der Kinderbuchautor gesteht darin, daß er als Kind überhaupt nicht gelesen hat, und erzählt, wie er doch noch zu Büchern und zum Schreiben gekommen ist. Er macht heute knapp 300 Lesungen im Jahr und wurde von Horst Köhler für seinen Einsatz für die Leseförderung mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Seine Bücher sind in 16 Sprachen übersetzt.
Schnee kochen

Habe den Vormittag damit verbracht, Interviewfragen für die TextArt zu beantworten. Jetzt drucke ich mir das Interview aus zum Korrekturlesen. Interviews machen Spaß. Es ist, als könnte man sich selbst noch einmal neu erfinden. Je nachdem, wie man bei den Antworten den Schwerpunkt setzt, entsteht ein anderes Bild. Diesmal habe ich den selbstbewußten Erfolgsautor gegeben.
Ich habe heute mit Schnee gekocht. Davon gibt’s ja genug zur Zeit. Probiert das mal aus! Es ist sicher eine Illusion, aber mir kam das Essen feiner vor als sonst. Es schmeckte fantastisch. Wer zwingt uns, das langweilige Leitungswasser zu nehmen?




