Lächeln erlaubt

Hat nichts mit gegenwärtigen Buchprojekten zu tun, ich bin einfach beim Lesen darüber gestolpert: "Wer am Beginn eines Psalmes hustet und nicht gut singt, werde mit sechs Schlägen bestraft; wer beim Opfer nicht die Ordnung einhält, sechs Schläge; wer beim Chorgebet lächelt, sechs Schläge." (Aus der Regula coenobialis des irischen Klostergründers Columban der Jüngere, 543-615.) Das Hustverbot ist schlimm genug, aber eine Strafe dafür, beim Gebet zu lächeln? Uff.
Das kleine Foto rechts oben habe ich damals bei den Recherchen für Die Brillenmacherin gemacht, es ist also gar nicht Irland, sondern England. Aber das merkt ja keiner.
Vom Verlag kam die Genehmigung, euch das neue Cover zu zeigen, das ich so liebe.
Lächeln erlaubt!
Loriots Haus

Nach der Lesung in Murnau habe ich bei Freunden der Pianistin Carolin Hlusiak übernachtet. Wir haben heute sehr nett gefrühstückt, und dabei auf das Nachbarhaus gesehen – in dem lebt Loriot. Er soll ein sehr netter Nachbar sein, ich habe schöne Geschichten über ihn gehört. Es wäre unfair, sie hier wiederzugeben. Der Mann hat eine Privatsphäre verdient. Sagt scheinheilig der, der heute sein Haus fotografiert hat. Hier ist es:
Der Starnberger See, beim Spaziergang aufgenommen:
Was ich nicht fotografieren konnte: Die Berge trugen die Schneemützen tief ins Gesicht gezogen. Weit hinten auf dem See flog ein Schwarm von Enten auf bei niedrigstehender Sonne, sie liefen über das Wasser. Es war, als würde Licht aufspritzen.
Vierzig Kerzen

Heute kamen die Druckfahnen für Das kleine Buch für Lebenskünstler, und ich habe sie korrekturgelesen. Ab und an habe ich ein Wort ausgetauscht oder eine Zeile gekürzt, und am Ende des Buchs habe ich einen Satz hinzugefügt, der es schön abrundet. Das war ein Gefühl, als würde ich das letzte Teil in ein Puzzle einfügen.
Meine Lektorin bei Brunnen, Eva-Maria Busch, hat das Buch währenddessen den Verlagsvertretern vorgestellt. In der Mittagspause mailte sie vorhin, daß das Cover akzeptiert wurde, das ich so wunderbar finde.
Ich habe gebettelt, aber ich darf es euch leider noch nicht zeigen. Zum Trost gibt’s drei Bilder von der Lesung in Gefrees. Der Mann mit der Harfe ist Andy Lang. Und was ihr nicht seht: Überall in der Konzertscheune brannten Kerzen, es waren mehr als vierzig, Andy hat sie für mich gezählt. Außerdem gab es einen Bollerofen, leckere Kürbissuppe und viele nette Gespräche im Anschluß an die Lesung.





